In Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse, technischer Störfälle und sicherheitsrelevanter Bedrohungen gewinnt der Bevölkerungsschutz in Deutschland stetig an Bedeutung. Zentrales Element ist ein funktionierendes, redundantes Warnsystem, das die Bevölkerung schnell und zuverlässig erreicht. Neben digitalen Warn-Apps, Rundfunkdurchsagen oder Lautsprecherfahrzeugen kommt auch der klassischen Sirene wieder eine entscheidende Rolle zu: Sirenen funktionieren netzunabhängig, sind ortsbezogen direkt wahrnehmbar und alarmieren auch Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne Smartphone oder bei guter Schallausbreitung, selbst während sie schlafen. Vor allem nachts oder in Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang können Sirenen deshalb Leben retten.
Unsere Sirene wurde wie viele andere in Schleswig-Holstein auch digitalisiert, denn alle neuen Sirenen müssen über das auch von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten verwendete Digitalfunknetz angesteuert werden können. Dies erhöht die Ausfallsicherheit.
Gleichzeitig wurde die Anlage in das bundesweite Modulare Warnsystem (MoWaS) integriert. Dadurch können Warnungen zum einen zentral durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ausgelöst und mit anderen Warnmitteln kombiniert werden. Andererseits kann die örtlich zuständige Leitstelle punktgenau einzelne Sirenen dort ansteuern, wo tatsächlich eine Gefahr besteht.
Bis 2030 stehen in Schleswig-Holstein mehr als 23 Millionen Euro an Landesmitteln bereit – einen kleinen Teil hat die Gemeinde Twedt für die Umrüstung unserer Sirene am Bürgerhaus in Anspruch genommen.
Ab sofort wird unsere Sirene wöchentlich am Samstag um 12:00 Uhr im Rahmen eines Probealarms ausgelöst und am bundesweiten jährlichen Warntag. Im Ernstfall erfolgt eine Auslösung der Sirene durch die zuständige Katastrophenschutzbehörde des Kreises Schleswig-Flensburg bzw. über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.