Vandalismus beeinträchtigt Umweltforschung an der Loiter Au im Raum Westerakeby/Twedt | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Der Projektzeitraum endet im kommenden Jahr, im Herbst 2026 wird ein Zwischenbericht im Bürgerhaus Twedt vorgestellt. Eine Bekanntgabe des Termins folgt.

Vandalismus beeinträchtigt Umweltforschung an der Loiter Au im Raum Westerakeby/Twedt

Laut Umweltbundesamt befinden sich nur 9 % aller Oberflächengewässer (Flüsse, Seen, Ästuare, Küstengewässer) in Deutschland in einem sehr guten oder guten ökologischen Zustand. Keines der Oberflächengewässer weist einen guten chemischen Zustand auf. Die Schlei in Schleswig-Holstein ist durch langjährige Einleitung kommunaler und industrieller Abwässer, sowie hohen Einträgen aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebieten hochgradig mit Nährstoffen belastet. Trotz deutlicher Reduktion der Nährstoffeinträge ist der ökologische Zustand der Schlei entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie nach wie vor als schlecht zu bewerten. Vor diesem Hintergrund entsteht seit Ende 2024 im Rahmen des von der Helmholtz Gemeinschaft geförderten Projekts iFOODis (2024 – 2027) in der Region Schlei im Unterlauf der Füsinger Au (Loiter Au) ein ausgedehntes Messnetz, um agrarwirtschaftliche Nährstoffemissionen, insbesondere Stickstoff und Phosphor bei unterschiedlicher Bewirtschaftung und verschiedenen Feldfrüchten zu quantifizieren.

Das Forschungsprojekt findet unter der Beteiligung der drei Helmholtz Forschungszentren (DLR, GEOMAR, AWI) und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt. Enge Kooperationen bestehen mit Landwirten, die freundlicherweise Agrarflächen zur Verfügung gestellt haben, dem Wasserbodenverband Angelner Auen, dem Naturpark Schlei und dem Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein.

Ausgehend von einem Schlag, der sich zwischen den Ortschaften Westerakeby und Twedt befindet, werden Nährstoffausträge über die angrenzende Füsinger / Loiter Au bis in die Kleine Breite in der inneren Schlei verfolgt. Das Messnetz umfasst zahlreiche Messstellen auf dem Feld, entlang der Füsinger / Loiter Au als auch in der Kleinen Breite bei Schleswig. Die Messungen tragen dazu bei, das Nährstoffgeschehen und den Wasserhaushalt auf dem Feld, in der Füsinger Au bis hin zur Kleinen Breite Schlei zu quantifizieren und zu verstehen. Sie sollen helfen, Maßnahmen zu entwickeln wie die Nährstoffbelastung der Region weiter reduziert werden kann.

Eine wichtige Messstelle des Messnetzes befindet sich an der Fußgängerbrücke über die Loiter Au bei Westerakeby. Hier werden in der Loiter Au Messwerte wie z.B. Nitrat, Phosphat oder Sauerstoff zur Bewertung der Wasserqualität erhoben. Gemeinsam mit den Pegel- und Abflussmessungen des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein wird dort der Transport von Nährstoffen in die Schlei erfasst.

Leider kam es in der Vergangenheit vermehrt zu Sachbeschädigungen bei denen Messtechnik mutwillig beschädigt wurde. Mitte Juli dieses Jahres wurden eine Vielzahl von Kabelverbindungen von Messgeräten, die auf der Fußgängerbrücke und auf der rechten Uferböschung installiert sind, durchtrennt. Abgesehen vom entstandenen Sachschaden werden dadurch die Messungen in erheblichem Maß beeinträchtigt.

Dieses Messnetz wird von der öffentlichen Hand gefördert und verfolgt keine kommerziellen Ziele. Es dient ausschließlich der Forschung und stellt eine Daten-Grundlage zur Entwicklung geeigneter Schritte zur Verbesserung des ökologischen Zustands der Schlei dar, was allen in der Region zu Gute kommt.

Dr. Stefan Sommer (GEOMAR, Kiel), Dr. Sascha Flögel (GEOMAR, Kiel), Hans-Jürgen Weber (LKN.SH)